In der der Fußball und die Mandelentzündung dominiert.
Montag: 09.06.08
Ich habe einen Praktikanten. Jost. Seit heute. Das heißt. Ich delegiere und gebe Aufgaben ab. Da ich nett bin, natürlich nicht nur die, die mir nicht gefallen. Er bekommt erstmal eine ausführliche Tour durchs Parlament. Alle wichtigen Stationen und Plätze werden abgelaufen. Danach bekommt er eine grobe Einführung in alle Sachen, die wir machen müssen, von Post holen, bis Einladungen absagen und so fort. Ich vergesse bestimmt die Hälfte. Aber das wird glaube ich ganz gut mit ihm. Er ist nur 4 Wochen da. Und davon bin ich eine in Berlin. Bis dahin muss er fit sein. Wird er. Nach der Arbeit: Picknick vorm dem Parlament. Mit Baguette und Käse und Olli. Danach in den Park. Fußball wird ignoriert. Kurz zu Manel und Charlotte. Danach nach Hause.
Dienstag: 10.06.08
Weitere Anlernung des Praktikanten. Läuft ganz gut. Erledige sonst Rechercheaufgaben für Britta, telefoniere Journalisten hinterher. Rien de special. Abendplanung mit Viktoria aus dem Klinzbüro. Wir gehen auf den Lux auf ein Bier. Schon lange nicht mehr. Heute spielt Schweden. Sie ist Halbschwedin. Haha. Super. Nach netter Unterhaltung in der Abendsonne trennen wir uns aber. Sie geht das Spiel schauen und ich zu Joschka Fischer. Der diskutiert im Goethe-Institut mit Saul Friedlander. Charlotte, Manel, Olli sind auch da. Ich schmuggel mich rein und gebe mich als Jan aus. Klappt. Volles Haus. Alle fasziniert. Ganz gut alles. Danach gibt’s lecker Häppchen. Comme toujours et aussi vegetarien. Merci.
Mittwoch: 11.06.08
Komisches Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden. Homöopathie eingeworfen. Hilft nicht. Bin unmotiviert und nicht gut drauf. Krank? Wahrscheinlich. Britta meint ich soll nach Hause gehen. Gegen drei tu ich das auch. Überlege mir noch einen Arzt aufzusuchen. Aber keiner hier in der Nähe und verschiebe es auf morgen. Schau mir meinen Hals an und weiß schon was los ist. Fette Mandelentzündung. Sage Arbeit für den nächsten Tag ab. Koche Suppe. Man kümmert sich um mich.
Donnerstag: 12.06.08
Schmerzen im Hals. Böse. Rufe eine deutsche Ärztin an. Die hat keine Termine mehr frei. Verweist mich an einen englischen Arzt. Der hat Zeit. Ich geh gleich hin. Arztbesuch in Brüssel muss man auch mal erlebt haben. Von wegen Praxis, Schwestern, andere Leute und Wartezeiten. Nichts dergleichen. Er allein. Keine anderen Patienten. Hat nichtmal ne Schwester oder so was. From Great Britain. Sorry, but your suffering from severe tonsilitis. Thanks I knew that. Verschreibt mir antibiotics. Das einzige was wohl noch hilft. It’s alright. Taking everything to get better. Ich bezahle 25 Euro und bin raus. Witzig. Pharmacie. Buying antibiotics. Home. Suppe. Bett. Ausruhen und schlafen. Stibitze den Fernseher aus Tinas Zimmer und versuche Fußball reinzubekommen. Yeah. Auch die Belgier übertragen die EM. Mein Abend ist gerettet. Ich schaue Fußball und melde mich krank für den nächsten Tag.
Freitag: 13.06.08
Die Drogen helfen. Es wird schon besser. Bleibe trotzdem noch im Bett. Besser ist das. Schaue französisches Fernsehen, lese Zeitung und Bücher, schlafe, quäle mich einmal zum Delhaize und ruh mich wieder aus. Viel mehr geht nicht.
Samstag: 14.06.08
Ich werde wieder Mensch. Mir geht’s schon besser. Ich gehe raus. Raus aus der Wohnung nach 2,5 Tagen endlich mal wieder. Rue Neuve und ein Sommerkleid. Panini essen mit Olli und Spaziergang durch die Stadt mit ein bisschen Sonne. Leben. Schön. Jedoch noch keine Überanstrengung. Daher Abendplanung eher daheim. Mit Fußball und was lecker Gekochtem. Mehr geht noch nicht.
Sonntag: 15.06.08
Sonne durchs Fenster. Großartiges Frühstück nach dem Besuch beim Lieblingsbäcker. Zeitung und Tee. Bildung am morgen. Endlich wieder wissen, was los ist in der Welt. Mir fehlt meine tägliche Dosis Süddeutsche Zeitung. Holli, ich hoffe du weißt sie zu schätzen. Nachdem ich sie dir schon so kostengünstig überlasse, musst du sie auch täglich lesen. Haha. Erpressung. Den Nachmittag verbringe ich mit Wohnung putzen. Den Abend mit Fußball. Bestes Spiel bisher übrigens: Niederlande – Frankreich. Die Niederländer sind nur noch gut. Die Deutschen leider weniger. Schade. Die Schweizer und Österreicher tun mir leid. Und Italien hat keine Siege verdient. So.
Montag: 16.06.08
Endlich wieder arbeiten. Hat mir schon gefehlt. Es ist Straßburg Woche. Die Hälfte der Praktikanten ist auch nicht da. Langweilig. Nicht viel zu tun. Die wenige Arbeit teile ich mir noch mit Jost. Ich recherchiere ein wenig Zeug und plane meinen Berlinaufenthalt. Danke an Anni und Felli, die mich beide aufnehmen. Ich freu mich schon riesig. Abends dann Deutschland gegen Österreich. Wir schauen am Place St. Géry. In dieser Galerie. Sehr schön und familiär. Mit deutschen und österreichischen Praktikanten. Das Spiel ist eher langweilig. Das konnten wir doch mal besser, oder? Immerhin gewonnen. Gegen Portugal sehe ich aber nicht so viele Chancen. Fahre mit den Österreichern nach Hause.
Dienstag: 17.06.08
Travail comme tous les jours. Nichts aufregendes. Ich telefoniere mit dem Europabüro der FDP in Berlin. Darf dort arbeiten. Danke. Wird zwar weniger spannend, da keine Sitzungen mehr sind und alle Berliner Abgeordneten schon im Sommerloch, aber hey. Dann bekomm ich vielleicht was von der Arbeitsweise mit. Wird bestimmt ganz interessant. Das Wochenende davor verbring ich auf Schloss Glienicke. Sdw Seminar zum Thema internationale Politik und transatlantische Beziehungen. Feierabend. Ich habe Lust auf belgische frites. Lange schlange am maison antoine, aber es lohnt sich. Treffe Jost in Gesellschaft mit Jessica (sprechen sie das J bitte wie bei Jacke und binden sie den Pulli um die Schultern). Er und ich schauen uns dann noch das Frankreich – Italien Spiel in einer belgischen Kneipe an. Ein belgischer Flame erzählt uns Geschichten auf holländisch. Ich versteh kein Wort. Jost schon. Witz. Italien hats nicht verdient. Ich geh nach Hause schlafen.
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Juni 19, 2008 at 11:28
ah toll! endlich mal wieder stoff.