In der ich mich nach 2 tollen Monaten von jemandem verabschiede. Erkenne, dass man erstmal was erleben muss, um darüber zu schreiben. Und eigene Regeln wohl dazu da sind, sie zu brechen.
Mittwoch: 28.05.08
Ich bekomme einen eigenen Praktikanten. Haha. Am 9. Juni bekomm ich Bürohilfe. Für einen Monat. Ein Er. Ich bin schon mal gespannt. Arbeit diese Woche ist geprägt vom anstehenden Bundesparteitag am Wochenende. Mein ganzes Büro fährt hin. Auch die meisten andern auf dem Flur. Ich nicht. Ist auch nicht unbedingt nötig. Diese Woche ist Abschiedswoche. Viele Praktikanten haben ihre letzten Arbeitstage. Luca, Johannes, Basel und vor allem Mirjam. C’est vraiment très triste, mais c’est la vie je pense. Ich telefoniere mit dem Diplomaten. Er hat nicht viel Zeit pour jouer au tennis. Wir gehen mal essen nächste Woche. Marco gewinnt das Tischfußballturnier im Parlament. Preisverleihung am Abend. Herr Pöttering persönlich gratuliert. Das wird mit einigen Bier noch auf dem Place Lux begossen. Da kann ich kaum nein sagen. Pas mal. Irgendwie schaff ich es nach hause.
Donnerstag: 29.05.08
Herausforderung heute: Einen Gutschein für das Europa-Quiz am Parteitag zu designen. Ich verbrüdere mich mit den Jungs aus der Druckerei, da ich da huntertmal aufkreuze und sie mit meinem Scheiß nerve. Ein Glück, dass ich so mignon, jolie und was ich nicht bin und sie mir jeden Gefallen tun. Trotzdem bin ich kurz vorm ausrasten. Ca me nerve vraiment. Schokolade für Roman und mich zur Beruhigung. Ich höre mir heute noch eine Einführung in myparl.eu an. Eine Onlineplattform als Verbindung zwischen nationaler und europäischer Ebene. Ganz interessant. Potential erkenne ich. Hoffen wir, dass es genutzt wird. Basel gibt abends vor meinem Büro seinen Abschied mit Sekt und Chips. Die deutsche fdp assistenz feiert kurz. Ich begleite ihn noch in seine marode Wohnung und helfe packen. Habe meinen sozialen Tag. Er verabschiedet sich für immer aus Brüssel. Adieu. Peut-être à bientot. On verra.
Freitag: 30.05.08
Fast ganz alleine. Roman verabschiedet sich gegen halb 12. Ich habe das ganze Büro für mich. Übernehme den Telefonnotdienst. Bin da, falls einer was braucht. Schaffe leider nicht die Telefonkonferenz herzustellen, die wichtig gewesen wäre. Keine Ahnung, ob’s an mir lag. Hab alles versucht. Versuche Mirjam zu erreichen. Sie fährt nach Brügge. Ich gehe alleine essen. Sage tschüß zu Luca. Verabrede mich mit Manel und Victoria für die nächste Woche. Keine Zeit für soziale Isolation bitte. Rufe meinen Vater an. Und gehe sehr erschöpft nach Hause. Ausruhen, eine Runde joggen. SpiTV anschauen und an Ilmenau denken. Wie geht’s allen so? Ein wieder sehen wäre schon cool. Dauert aber noch. Pläne für einen baldigen Berlinbesuch. Ende Juni. Mirjam meldet sich nicht. Olivier aber. Gehe auf seine Grillparty auf dem Sonnendeck. Sehr nett. Viele Spanier und Holländer. Mirjam kommt nach. Ich schlage vor sie übernachtet bei mir und wir gehen morgens frühstücken. Als letzte gemeinsame Aktion. Ein freundlicher Taxifahrer bringt uns nach Hause. Kalt draußen.
Samstag: 31.05.08
Frühstück im Pain Quotidien. Mal wieder. Genau so lecker. Wir haben Spaß und gute Unterhaltung. Schönes letztes Erlebnis. Ich begleite sie noch nach Port de Namur. Dort dann wirklicher Abschied. Sehr sehr schade. Und sehr sehr traurig. Danke noch mal an dieser Stelle. Es war eine tolle Zeit, tolle Erlebnisse, tolle Gespräche. Einfach alles. Ich komme nach Wien, irgendwann.
Ich vertreibe mir die Zeit mit ein wenig einkaufen und treffe mich mit Olivier zur Zinneke Parade. Einen Sinn hat die glaub ich nicht aber ein Motto: Wasser. 2500 verkleidete Menschen ziehen durch die Innenstadt. Sind sehr schöne Kostüme dabei. Auf den Fotos kann man das ein wenig sehen. Danach noch zum Chocolatier. Ich probiere meine ersten belgischen Pralinen. Nicht schlecht. Brauch ich demnächst mehr davon. Dann nach Hause. Food shopping. Otherwise I would starve. Ben & Jerry Icecream für mich als Belohnung. Trashige Filme von Tina als Abendunterhaltung. Sliding doors und Glauben ist alles. Haha. Ben Stiller mag ich wirklich nicht. Dafür Goldfrapp. Eat yourself als neuer Favorit. Hat jemand Musik für mich? Ich höre immer dasselbe kommts mir vor.
Sonntag: 01.06.08
So wenig habe ich schon lange nicht mehr mit anderen Menschen geredet. WG ist leer. Tina kommt er abends aus Deutschland wieder. Frühstück für mich im Bett. Plus Süddeutscher Zeitung. Stück Heimat. Danach Wohnung aufräumen und joggen. Am Umweltfest vorbei. Die Belgier scheinen wirklich jedes Wochenende einen Grund zu finden, etwas zu feiern. Die letzten 4-5 Wochenenden war zumindest immer irgendwo was mit vielen Menschen in dieser Stadt. Sehr sympathisch finde ich. Gegen 3 mache ich mich auf in den Second Hand Book Store. Ich verbringe dort soviel Zeit, dass man mich schon für die Verkäuferin hält. Yes, I can indeed show you where the english section is, but actually I’m not working here. Dankbarkeit dennoch. Ich kaufe 6 Taschenbücher und 4 Tim und Struppi Comics. Ich glaube ich will alle haben. Ins Comicmuseum muss ich demnächst unbedingt auch noch. Wieder zuhause. Wäsche waschen für die Woche. Im Waschsalon spricht mich ein junger marokkanischer Frankophone an und erzählt mir seine Geschichte. Ich lache. Er bekommt meine E-Mailadresse. Wenn er in zwei Wochen aus Marokko wiederkommt, gehen wir was trinken. Darauf bin ich ja schon gespannt. Ich brauch ja neue Freunde. Und der spricht zumindest mal französisch.
- zinneken parade 1
- zinneken parade 2
- feuerspucker
- zinneken parade 4
- piraten
- noch mehr piraten
- zinneken parade 5
- komisches tier
- komisches kind
- meine lieblingskostüme
- belebtes brüssel
- meine helden











