In der der Jazz dominiert. Echte Freunde und Kontakte etwas wert sind. Und mich internationale Soiréen im neuen Motto bestärken: Kein Bullshit.

Mittwoch: 21.05.08

Die Arbeitstage gleichen sich mehr oder weniger. Es wird rückblickend immer schwieriger zu sagen, was genau ich gemacht habe. Highlights bleiben natürlich in Erinnerung. Ansonsten stellt sich langsam aber sich Routine ein. Mirjam ist immer noch in Strasbourg chez les Francais. Hat offensichtlich auch ein Bett gefunden, denn vor einer Nacht unter der Brücke hätte sie sich eventuell mal gemeldet. Abends geh ich nach Hause und schaue Tinas Filme. Starter for Ten. Ein absoluter Geheimtip. Danach muss man erstmal alle the cure mp3s anhören, die man besitzt. Anschauen.

Donnerstag: 22.05.08

Ich arbeite an Bürokratieabbau. Nicht bei mir. Sondern EU weit. Herr Stoiber kommt vor. Ich recherchiere, was er so treibt. Er ist anscheinend nicht ganz untätig. Wen wirklich interessiert, dem erzähl ich es gern in einem persönlichen Gespräch. Oder beim nächsten Mittagessen. Haha. Ansonsten: Rien de nouveau. Abends habe ich ein Leben, wie Adam zu sagen pflegt. Wir gehen mal wieder auf den Place Lux was trinken. Mal was Neues. Ha. Denn vorher mit was zu essen. Happy Hour ausnutzen von 6 bis 7. 4 statt 2. Amusement und nette Unterhaltung mit dem Offizier. Nein, nicht der Diplomat. Vorm Nachhausegehen einen Spaziergang durch den Parc Leopold. Schön grün alles. Jemand hat extra sehr große Kerzen angezündet. Und die grünen Papageien gibt es wirklich. Auch wenn ich sie noch nie gesehen habe. Irgendwann man ich ein Foto davon. A la Loch Ness. Ihr werdet sehen.

Freitag: 23.05.08

Frühstück mit Britta im EP. Ich bekomme Hinweise und Aufgaben und verteile großes Lob an mein vorbildliches Büro. So gut behandelt werden hier anscheinend nicht alle Praktikanten. Und so selbstständig und eigenverantwortlich agieren, dürfen anscheinend auch nicht alle. Der Witz machts perfekt. Ich bedanke mich, Jungs und Mädels. Besser könnte das Klima kaum sein. Auch stress, klar kommt vor. Aber dennoch top. Ich versuche mich inhaltlich an einem Artikel zu one seat. Auch wenn das mehr unkreatives copy und paste zusammengestoppel wird. Für was eigenes bin ich entweder zu unkreativ, hab zu wenig Ahnung oder von allem etwas. Gegen sechs ist Schluss. Treffe mich mit Mirjam vor dem Parlament. Sie sieht ganz heil aus. Doch keine Brücke, sondern Hotel. Sie erzählt lustige Strasbourggeschichten. Merci. Ich freu mich schon mal auf September. Dann darf ich wohl auch mal mit. Wir machen uns auf den Weg zu ihr. Preparing a delicious meal and then heading of to the jazz festival. Ganz Brüssel ist Jazz dieses Wochenende. Grandios. An vier öffentlichen Plätzen und in tausend kleinen Kneipen kann man die unterschiedlichsten Arten von Jazz entdecken. Erster Stop: Place fernand cocq. Die Band ist nicht so berauschend. Mit einem Bier geht’s weiter in die Innenstadt. Am Grand Sablon der nächste Halt. Hört sich schon mehr nach Jazz an. Alle Leute sitzen auf Gartenstühlen und genießen die Musik. Allles umsonst natürlich. Wir unterhalten uns gut. Macht Spaß. Dann weiter Richtung Grand Place. Dort: die Entdeckung. Leider nur die letzten Lieder von der Band: Lady Linn and her Magnificent Seven. Gute Musik. Das letzte Lied können wir bald mitsingen. Danach: Noch eine kleine Bar. Live. Ohne Gesang. Guter Bass, noch bessere Gitarre. Irgendwann nach hause.

Samstag: 24.05.08

Der Pony muss an. Dringend. Eine Stufe kürzer bitte. Jetzt. Der Friseur um die Ecke. Les cheveux se poussent très vites. Ach. Was du nicht sagst. Sonst wär ich nicht hier. Ich bin wieder ein Mensch. Gegen 1 treffe ich mich mit Mirjam zum Mädchenausflugheißtgleichshopping. Second Hand Läden. Rue Neuve. Das Übliche. Ein Kaffee und ein Sandwich. Danach noch weiter. Letzte Station erstmal: Grand Place. Schon wieder Jazz. Und ein Bier. Wir machens uns bequem. Gartenstühle. Lauschen eine Weile und ruhen uns aus. Bringen dann jeder die Sachen nach Hause. Treffen uns gegen 9 wieder. Kneipenjazztour on our own. La première station était place St. Cathérine. Pas mal. Me ressemble un peux à quelques chose comme Amy Whinehouse. Ganz nett. Der Regen treibt uns weiter. Wir stellen uns unter. Mit Musik. Gelangen in ein komisches Gebäude. Viele Menschen und rockiger Jazz. Nicht so meins. Aber eh nicht lang. Danach ich Regen zum Smousse Café. Dort Country Blues Jazz. Eher älteres Publikum. Wir haben eine Couch uns Bier und jede Menge Musik. Parfait.

Sonntag: 25.05.08

Wieviel Jazz erträgt man an einem Wochenende? Wir brauchen erstmal eine Pause. Daher gehen wir in die Star Wars Ausstellung im Thurn und Taxis Gebäude. Lange Schlange. Aber es lohnt sich schon wegen dem 10jährigen Jungen hinter uns der einwandfrei erkennbar Nirvana trällert, während er mit seinem Vater ansteht. Top. Drin. Wir sehen viele Kostüme, Requisiten und Filme vom Dreh. Alles in einem stickigen Keller. Fühlt sich fast an wie auf Tatoine. Danach hab ich Lust alle Filme zu sehen. Utopisch natürlich. Auch würde ich gerne an der Jedi Schule teilnehmen. Aber mein Alter verrät mich und so werde ich nur Zuschauer. Unfortunately I didn’t even buy a light sabor. Wie schade. Danach. Essen. Einmal die Woche Mamma Roma. Alte Tradition. Wird eingehalten. Auf zum Place Jourdain. Lecker. Danach in den Park. Ausruhen. Anstrengend so ein Marathon. Wir beobachten Jungs beim Frisbee spielen. Die Einladung zum Mitmachen müssen wir leider ausschlagen. Es wird Zeit für Jazz. Letzte Station Grand Place. Dort spielt das Jazz Orchestra. Ganz gut. Aber was mit Gesang wäre noch besser bitte. Daher. Lady Linn zum zweiten. Dafür müssen wir allerdings ins Brüsseler Casino. Ausweis und halbe Gesichtskontrolle. Aber der Aufwand lohnt sich. Gute Atmosphäre uns live ein tolles Erlebnis. Wer will googlet die Band. Belgisch. Und nicht unbegabt. I dont wanna dance im Ohr nach Hause. Merci pour le bon weekend. Leider wohl das letzte in dieser Konstellation. Ich habe alle genossen. Und Pläne für Besuche in Wien.
Kommentar des Tages: Ah your from Canada and the US? That is just like Austria and Germany.

Montag: 26.05.08

Büro. Ich schreibe einen Text. Hui kreativ. Sonst ist es komischerweise sehr ruhig. Ich hab nicht viel zu tun. Freunde mich mit Manel einer Praktikantin und ihrer Mitbewohnerin an. Mirjam rettet mich aus der sozialen Isolation allein essen gehen zu müssen. Und abends gehe ich mit Basel zur internationalen Soirée. Heißt: 40-50 Leute, die sich mehr oder weniger alle nicht kennen. Ein Gastgeber. Essen. Trinken. Und du sollst dich mit möglichst vielen Leuten unterhalten und sie kennen lerne. Ich: eine Israelin, eine belgische aus dem Kongo, mit der ich endlich mal wieder französisch spreche, zwei Österreicher, die natürlich auch Mirjam kennen, eine Britin und eine Niederländerin. Ganz nett. Aber zuviel Oberflächlichkeit ertrage ich nur bedingt. Die Idee ist ganz gut. Aber wohl doch nichts für mich. Danach hab ich Bedarf an echten Kontakten. Noch ein Telefonat mit Mainz. Dann gute Nacht.

Dienstag: 27.05.08

Da die Wochenenden anscheinend immer so kurz sind, enden die Einträge jetzt dienstags. Wird nicht zur Regel. Ergibt sich. Heute hatte ich relativ wenig zu tun. Habe Kontakte auf dem Flur geknüpft und mich mit neuen Praktikantinnen angefreundet. Gemerkt, dass ich wohl nicht als Politiker geeignet bin und die Jungs gelobhudelt. Mal früh nach Hause gehen ist toll. Charlotte Roche wird zufällig meine Gute Nachtlektüre. Task: Finish the book until friday. Seite 70 bin ich schon. Da das Tennis leider ausfiel war ich joggen. Nach hundert Jahren mal wieder. Eine halbe Stunde. Man soll ja klein anfangen. Ging besser als ich dachte. Wird bei Gelegenheit wiederholt. Ich widme mich jetzt der Lektüre. Haha. Adieu.